RPR1
00:00:00: Einen schönen guten Abend!
00:00:01: Heute haben wir Gitti Müller zu Besuch.
00:00:03: Sie ist schon als Jungs-Mittchen, als Backpackerinnen durch Südamerika gezogen und fünf von dreißig Jahre später hat sie den Rucksack noch einmal auf den Rücken geschnallt und ist losmarschiert.
00:00:13: Außerdem hat sie auch ein tolles Buch geschrieben – Comeback mit Backpack.
00:00:18: über ihre Geschichten berichten wir heute in den nächsten zwei Stunden.
00:00:22: LPR eins Mein Abenteuer Mit Rainer Meutsch.
00:00:25: Hallo Gitti schön dass du da bist und vom wo bist du denn heute angereist?
00:00:29: Ganz nah aus Bonn.
00:00:31: Ja und dann kamst du in Studio, hast direkt diese frische Dein Lachen deine positive Energie mitgebracht Und eine tolle Geschichte.
00:00:41: Das ist deshalb toll weil Du bist ja eingeschlafen und hat Achtzigmal losgezogen.
00:00:45: Hat so ein Freund damals einen Franzosen?
00:00:47: Na schön!
00:00:48: In die Welt war toll oder?
00:00:50: Ja war super
00:00:51: Ganz unbeschwert
00:00:52: War super.
00:00:53: Also das werde ich auch nie vergessen, als wir losgereist sind.
00:00:56: Einfach dieses Gefühl, dieses unfassbare Gefühl von Freiheit was wir hatten, ne?
00:01:01: Als wir da am Flughafen in Paris Roissy standen und auf das Flugzeug gewartet haben.
00:01:06: Wir hatten nur ein One-Way Ticket Und hatten keine Ahnung eigentlich wie die Reise verlaufen wird Wie lange wir unterwegs sind Ob wir vielleicht ganz irgendwo da bleiben und gar nicht mehr zurückkommen.
00:01:17: Das war einfach ein unglaubliches Gefühl von Freiheit.
00:01:20: Und das rufe ich mir manchmal heute noch ab, wenn ich zum Beispiel beim Zahnarzt im Sessel sitze und versuche mich abzulenken, dann denke ich an solche Momente
00:01:28: zurück.".
00:01:30: Und dann hat sich ja in das normale Leben reingetrieben mit Kind und Mann um Beruf und Job und Journalismus – und dann büchst es du?
00:01:39: Ist das das richtige Wort Jäger!
00:01:41: Bückstest Du nochmal
00:01:42: aus?!
00:01:43: Ja, kann man so sagen.
00:01:44: Als mein Sohn dann groß war
00:01:45: und
00:01:46: ich wieder mehr Freiheit hatte und auch diesen Drang diese Freiheit auszuleben, da habe ich mir überlegt okay, ich könnte das nochmal machen einfach mit dem Rucksack ohne Plan oder Ziel weil das ist ja das Besondere an einer Rucksackscheise nicht das Gepäckstück Das könnte man genauso gut mit einem Rollkoffer machen sondern eben dieses unorganisierte Reisen dieses planlose dieses völlig spontane Reisen, das ist für mich Rucksackreisen.
00:02:15: Nimmt man sich denn einige besondere Städte oder Länder vor im Vorfeld?
00:02:21: Oder zieht man wirklich so los ohne alles?
00:02:26: Also... Da muss ich mal kurz überlegen.
00:02:29: Ich glaube, also in den ersten Reisen war er erst einmal noch nicht mehr klar auf welchen Kontinenten wir fahren, weil nämlich der Christian, mein Freund damals, der wollte eigentlich gerne nach Asien und ich wollte gerne nach Südamerika und dann haben wir gewürfelt.
00:02:45: Also da fing es schon an sehr spontan zu sein.
00:02:48: Und wie's dann weiterging?
00:02:49: Erfahren wir gleich!
00:02:57: Spontan reisen.
00:02:58: Das ist das Stichwort von Gitti Müller, die heute aus Bonn angereist ist um mir von ihrer großen Reise zu erzählen und natürlich auch euch.
00:03:12: Ja,
00:03:18: das wusste ich und zwar hatte ich mir überlegt.
00:03:21: Ich wollte nach Uruguay weil es ist so ein kleines Land eingekwetscht in zwei Großen nämlich Argentinien und Brasilien Und das habe ich damals verpasst.
00:03:30: Ich weiß gar nicht warum gab's das noch nicht?
00:03:32: Habe ich mich gefragt Weil ist mir gar nicht aufgefallen dass da noch ein land war?
00:03:36: und dann habe ich gedacht okay Das wäre doch jetzt mal interessant dahin zu fahren.
00:03:39: Da war sie noch nicht.
00:03:40: Ist das Reisen heute einfacher zu gestalten als vor eben Vierzig Jahren?
00:03:46: Absolut!
00:03:47: Also ich liebe es heute zu reisen.
00:03:49: Gerade dieses spontane Reisen ist so einfach... Durch Google?
00:03:53: Ja, durch Google und die ganzen Apps, die es gibt.
00:03:56: Ich meine man kann ja alles im voraus schon wissen.
00:03:58: wie ist da das Wetter gerade?
00:04:00: Wie sieht das Airbnb oder das Hostal was ich mal ausgesucht habe?
00:04:04: Wie sieht denn das von außen aus?
00:04:05: Ist da viel Verkehr?
00:04:06: Ach nee, da will ich lieber nicht hin, dann buche ich lieber ein anderes.
00:04:09: also für die ersten einen bis zwei Nächte buch ich immer etwas und der Rest wird dann unterwegs reserviert.
00:04:15: Und das ist zum Beispiel auch viel praktischer als damals, konnte man gar nichts reservieren und dann bist du angekommen mit deinem schweren Rucksack die waren damals echt noch schwer mit so Metallgestänge und so und da bist du erstmal bei was weiß ich?
00:04:29: Durch die Stadt getiegert oder durch den Ort getiegelt mit einem Rucksack von Hostal zu Hostal, von Hotel zu Hotel und dann hatten sie nichts frei.
00:04:38: Oder es war zu teuer oder das stellte sich heraus dass ein Bordell war und so Sachen.
00:04:43: also bis du da mal was gefunden hattest war der ganze Tag hinüber und du warst echt am Ende weil meistens kamst ja auch gerade von einer achtzendstündigen Busfahrt oder so oder Lastwagenfahrt.
00:04:54: Und im Vorfeld hat sie mir erzählt, es gab aber auch große Unterschiede was die Touristen angeht gleich nach halb mehr davon.
00:05:01: Bei diesen Geschichten hält die Welt den Atem an!
00:05:04: RPR-I mein Abenteuer mit Rainer Meutsch
00:05:07: Das Reisen damals das Reisen heute.
00:05:10: Sie ist die Buchautorin des erfolgreichen Buches Comeback mit Backpack Eine Zeitreise durch Südamerika erschienen in Malik Verlag National Geographic.
00:05:20: Gitti Müller Du hast mir auch gesagt, Plastik spielt eine interessante Rolle bei den Reisen damals und heute?
00:05:28: Ja.
00:05:28: Bei den Reisendarmals gab es einfach gar kein Plastikk.
00:05:31: Also du konntest auch... Es gab keine Supermärkte eigentlich.
00:05:33: Du konntes nur auf den lokalen Märkten einkaufen.
00:05:36: und da es keine Supermerkte gab, gab's auch keinen Plastiktproblem.
00:05:41: Das war auf der einen Seite für uns gewöhnungsbedürftig, weil wir all diese Produkte die wir hier so im Alter haben, die gab's da einfach nicht.
00:05:49: Es gab was weiß ich es gab keine Marmelade es gab kein Nutella es gab kaum Butter zum Beispiel oder sowas sondern man hat zum Frühstück dann eine Fischsuppe gegessen je nachdem wo du warst.
00:06:02: aber dieses Frühstuck das wir so kennen Das gab es halt nicht, weil's einfach die Produkte nicht gab.
00:06:08: Es gab auch keine Sonnenmilch und all diese Dinge ... das gab es nicht!
00:06:11: Du musstest das mitnehmen oder halt drauf verzichten?
00:06:14: Und das hat aber den positiven Effekt, dass es auch kein Plastikproblem gehabt ist.
00:06:18: Es waren irgendwo Plastiken, es lag ein Plastiker rum, da es ja auch nichts zu kaufen gab.
00:06:24: also ist dann auch logisch.
00:06:25: Das ist aber der positive Effekt.
00:06:27: Es gabs auch keine Plastiktüten.
00:06:28: Niemand hätte eine Plastikküte in einer Plastikteute eingekauft.
00:06:32: In den Ländern wo du jetzt wieder warst gibt's Plastika.
00:06:35: Ja absolut, überall.
00:06:37: Und dann die Touristen?
00:06:38: Du warst in Länder wie Costa Rica keine Touristen vor vierzig Jahren und jetzt überlaufen?
00:06:43: Also überlaufen würde ich nicht sagen, aber es gibt zum Beispiel so kleine paradiesische Orte.
00:06:48: Ich erinnere mich an einen in Costa Rica der heißt Kawita und das waren damals wirklich nur eine Handvoll Fischerhütten Und ein paradiesisch schöner Strand mit wie man sich den halt so vorstellt Mit Palmen und Kokosnüssen.
00:07:00: und Morgens kam jemandem mit einem Esel vorbei und hat seine frisch gefangenen Gambas verkauft oder Langusten und so Sachen.
00:07:08: Das war einfach traumschön.
00:07:10: und da sind wir auch tatsächlich sechs Wochen geblieben ohne irgendwas zu tun.
00:07:13: Einfach nur das Leben genießen, ja genau morgens ins Meer springen und mittags langgusten essen.
00:07:20: und abends gab es einen Kiosk wo man Bier trinken konnte und das war's.
00:07:26: Und mittlerweile ist das ein riesiger Ort.
00:07:29: ich bin zurückgekehrt an diesen Ort mit etlichen Hotels und Hostiles und Restaurants usw.
00:07:37: Eine Zeitreise durch Süd- und Mittelamerika Gitti Müller, Comeback mit Backpack.
00:07:44: Unser Thema heute wie damals... Wie ist es jetzt?
00:07:47: Sie hat sich wieder in den Rucksack angeschnallt als um die sechzigjährige.
00:07:51: Und wie fühlt es sich eigentlich an aus der Komfortzone wieder ein Hostel zu kommen wo's rein regnet und das Bett glitschnass isst?
00:08:00: Wie geht man denn damit um?
00:08:03: Also dass es reinregnet Nass ist, das war ein Airbnb also eine Privatwohnung und das war ganz schön.
00:08:13: bei dem aber hatte den Nachteil.
00:08:14: Das Haus war völlig heruntergekommen.
00:08:17: Der junge Mann hat das vermietet, um das Haus überhaupt irgendwie halten zu können.
00:08:21: Und tatsächlich nach diesem Vorfall als ich dann im Bett nass wurde habe ich mich entschieden einen Hostel zu suchen also eine andere Unterkunft.
00:08:30: Das ist natürlich mehr als gewöhnungsbedürftig.
00:08:33: Also ich hab da schon auch so meine Grenzen muss ich sagen.
00:08:36: oder zum Beispiel es ist auch vorgekommen dass ich in einem Hostel bin wo nur gefeiert wird ja wo die ganze Nacht Lärm ist wo die Leute morgens betrunken sind sind morgens und er zieht dann auch weiter.
00:08:49: Also das muss ich mir nicht antun, aber es gibt sehr schöne Hostels wo eben viele junge Menschen sind ja meistens in Hostels Wo man wirklich eine schöne Zeit verbringen kann weil man trifft sich in der Küche Es sind alles unterschiedliche Nationalitäten unterwegs Dann redet man mal auf Spanisch Mal auf Französisch Meistens auf Englisch Und da wird diskutiert und Themen werden angesprochen und all diese jungen menschen kommen aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen und unterschiedlichen Hintergründen.
00:09:19: Und ich fand es wahnsinnig spannend, sich da auszutauschen!
00:09:22: Das ist sehr, sehr inspirierend.
00:09:24: Hast du Menschen getroffen die du damals kennengelernt hast?
00:09:27: Die du jetzt nach thirty-fünf Jahren wiedergetroffen hast?
00:09:31: Nee
00:09:32: Hast du auch nicht gesucht?
00:09:33: Nee, hab ich auch nicht.
00:09:34: Doch!
00:09:34: Ich habe in Costa Rica versucht jemanden zu finden, fällt mir gerade ein... Das war so'n Fischer mit dem wir sehr viel Zeit verbracht haben.
00:09:42: Wir waren ja sechs Wochen an diesem Strand im Caruita und der war aber schon verstorben.
00:09:46: Und mir fiel nachher ein Ja logisch, er war damals schon fünfzig.
00:09:51: Wie man die Zeit sieht als junger Mensch Da war's grad knapp über zwanzig.
00:09:56: Man denkt an die schönen Dinge zurück.
00:10:01: Heute ist Gitti Müller bei uns, come back mit Backpack.
00:10:04: Das ist ihr erfolgreiches Buch und beschreibt ihre Reise durch Südamerika.
00:10:07: Sie hat das ganze schon einmal, in der sie sich wieder angeschneidet.
00:10:15: Und wollte einfach mal sehen wie diese sich verändert haben.
00:10:22: Und davon berichten wir heute noch in der weiteren Stunde!
00:10:25: RPA-Eins, mein Abenteuer around the world.
00:10:29: Die packenst den Stories von fünf Kontinenten.
00:10:31: Es gibt natürlich in Südamerika ist ja unser Hauptthema heute Gitti auch diese gefährlichen Straßen.
00:10:37: es gibt hier eine Straße die heißt irgendwie Del Mordes.
00:10:42: Ich war ja nah dran ich wusste dass das eine Murderstraße ist neben Bolivien.
00:10:46: Hast du sie erlebt?
00:10:48: Ja, mehrmals.
00:10:49: Mehrmals, genau!
00:10:50: Also es war damals... ich bin ja zwischen den Neunzehnund Achtzig und Neunzelneunzig mehrmals nach Bolivien gereist und das war damals die einzige Verbindung ins Tiefland also vom Hochland von La Paz aus in Stiefland.
00:11:03: man fährt einmal ganz rauf auf ein Pass ungefähr fünftausend Fünfhundert Meter und dann geht's in relativ kurzer Zeit auf atemberaubender Strecke wirklich eine Kurve nach der anderen steil hinunter bis ins Flachland sich dann auch die Klimazonen und die Vegetation und alles.
00:11:21: Und dementsprechend furchtbar ist aber auch wirklich die Straße, weil wie gesagt damals war sie quasi einspurig, aber wurde von zwei Seiten befahren.
00:11:32: das heißt wenn Gegenverkehr kam musste man rückwärts zurückfahren bis zu einer kleinen Bucht.
00:11:38: einbuchtung, die gab es halt für diese Fälle.
00:11:41: Da musste man sich an die Felswand drücken und den anderen vorbeilassen.
00:11:45: Und das waren meistens Lastwagen- und Busse, die da unterwegs waren also keine kleinen Fahrzeuge.
00:11:51: Das war schon ziemlich abenteuerlich...
00:11:54: Hat man dann nicht Angst dass da so eine Ecke weg bricht?
00:11:57: Ja
00:11:58: berechtigte Angst!
00:11:59: Also da stehen auch wirklich die ganze Straße entlang Kreuze von Unglücken, von Unfällen, die dort passiert sind Und oft standen in der Nähe von, wenn ein Dorf kam.
00:12:09: In der Näh von Dörfern standen immer in den Kurven, in die Gene, also Dorfbewohner mit so einem Schild und haben sozusagen den entgegenkommenden Verkehr gewarnt weil man sah ja auch nicht das waren ja wirklich Haarnadel-Kurven.
00:12:20: Man sah also gar nicht kommt da jetzt jemand um die Ecke oder nicht?
00:12:23: Das war immer die große Überraschung und natürlich ist da total viel passiert.
00:12:27: Und
00:12:27: thirty fünf Jahre danach bist du die Straße noch mal gefahren?
00:12:31: Ich bin die neue Straße fahren.
00:12:33: Es gibt mittlerweile eine neue Straße und die alte Straße kann man mit dem Auto, darf man die gar nicht mehr befahren sondern nur im Fahrrad.
00:12:40: Und das war mir jetzt echt zu heftig.
00:12:41: Bei diesen Geschichten hält die Welt den Atem an.
00:12:44: RPR-Eins Mein Abenteuer Mit Rainer Meutsch.
00:12:48: Du bist ja viel durch das Land damals und auch heute mit dem Bus gereist weil du ja die einfachen Verkehrsmittel nimmst.
00:12:55: Wenn du das vergleichst?
00:12:56: Damals und Heute Wie würdest du das sehen?
00:13:00: Also da ist es wieder, ne?
00:13:02: Ich bin überhaupt in.
00:13:03: normalerweise sagt man ja so die ältere Generation.
00:13:06: Die hat zu einem etwas verklärten Blick auf Damals.
00:13:08: Ach Kinder!
00:13:09: Das war das schön damals.
00:13:10: aber ich bin da etwas anders.
00:13:12: Ich sage Kindersnähe ist das Schöne heute?
00:13:14: Ja weil das ist so bequem.
00:13:16: Das sind Busse, die da heute fahren, die jeden deutschen TÜV glaube ich überleben würden oder bestehen würden.
00:13:23: und die sind bequeme.
00:13:24: Man kann sie vorher buchen.
00:13:26: Man hat WLAN da drin Alles wunderbar.
00:13:29: der Busfahrer hat ein weißes Hemd an, es riecht nicht nach Alkohol sondern scheint wirklich richtig seriöser Fahrrad zu sein.
00:13:38: und man erlebt das eigentlich selten dass es eine Panne gibt.
00:13:42: Das war früher anders, wirklich komplett anders.
00:13:44: also wie oft habe ich das erlebt?
00:13:46: Dass wir liegen geblieben sind, dass die Bremsen versagt haben, dass der Busfahrr betrunken war zum Beispiel dass überhaupt kein Profil auf den Reifen war und solche Dinge oder, das die Busse komplett überfüllt sind.
00:14:01: Dass man nur stehend oder auf dem Boden sitzen fahren kann oder sogar mit Lastwagen hinten drauffahren muss weil es keinen Bus gibt, weil er ausgefallen ist, weil der kaputt ist oder Wasserräumer.
00:14:14: Der Titi Kakase hat sich verändert in den fünfunddreißig Jahren?
00:14:19: Ja, der hat sich leider auch verändert.
00:14:22: Also die eine Veränderung sieht man kaum aber die Wasserqualität hat stark abgenommen.
00:14:28: Man sieht es nicht das sieht immer noch klar aus das Wasser Aber ich weiß aus Recherchen dass das trügt.
00:14:35: Und das andere ist, man sieht sehr viel Plastik leider auch.
00:14:37: Also Plastikkmüll der weggeworfen wird und den der Winter überall hinträgt.
00:14:43: Das liegt einfach rum!
00:14:44: Hast du auch so ein Preisbeispiel?
00:14:46: Vielleicht eines Bieres damals, einem Bier heute... Ich weiß nicht was du trinkst auf der Reise oder einen Essen damals, was es gekostet hat Was es jetzt, fünfunddreißig Jahre danach kostet.
00:14:58: Nee, das weiß ich nicht mehr.
00:15:00: Ich kann mich ja nicht mal an die Preise von letzter Woche erinnern.
00:15:04: Man kann noch nicht überall seine Stärken haben.
00:15:08: Echt?
00:15:09: Das habe ich überhaupt keine Ahnung!
00:15:13: Du
00:15:13: bist natürlich manchmal auch Giti Müller, unsere Autorin des Buches Comeback mit Backpack gelandet irgendwo im Nivana ausgesetzt gewesen oder worden.
00:15:24: auf manchmal viertausend Meter Höhe.
00:15:26: hast du erlebt?
00:15:30: Ja, also zum Beispiel auf viertausend Meter Höhe.
00:15:32: Das war eine Zugfahrt von Ururu nach La Paz, also auf der Hochebene der Anden und das sind ungefähr viertause Meter da oben.
00:15:43: Und es war eine Nachtfahrt und plötzlich blieb der Zug stehen die Motoren gingen aus absolute Stille man hörte nichts mehr die meisten Leute schliefen Und dann bin ich rausgegangen, weil ich auch mal auf Toilette wollte.
00:15:56: Auf eine saubere Naturtoilette sozusagen.
00:16:00: Da waren aber noch andere Leute die die Idee hatten und da ich als Einzige keinen Poncho an hatte das heißt nichts verstecken konnte und da keine Vegetation war musste sich ein bisschen weiter weglaufen.
00:16:12: Ich habe mich ziemlich entfernt von diesem Zug und den Menschen und dann eine kleine Kuhle gefunden und da geblieben.
00:16:22: Und dann habe ich gedacht, wenn jetzt der Zug abfährt.
00:16:26: dann bleibe ich hier ganz alleine unter diesem Wahnsinns-Sternennimmel sitzen.
00:16:31: Und das war aber in dem Moment so ein tolles Gefühl, dass ich mir fast gewünscht habe, dass der Zug abfährt, weil es einfach ein großartiges Gefühl war, unter diesem Sternennimmeln zu sitzen.
00:16:43: und das fühlt sich wirklich so an als könnte man die Greifendichterne.
00:16:47: Man sieht die Milchstraße und alles und es waren Muxmäuschen still, wirklich kein Geräusch.
00:16:55: Das war wirklich was Magisches.
00:16:57: Und dann habe ich plötzlich gemerkt, wie winzig klein ich selbst bin und wie groß dieses Ganze ist, dieses Universum eigentlich?
00:17:07: Und das hatte sowas Tröstliches und beruhigendes.
00:17:10: Ich war ja noch sehr jung aber das hat so etwas von Ja!
00:17:14: Was soll schon
00:17:14: passieren?!
00:17:15: Ich meine diese Universums sind einfach grandios gut angeordnet... ...und was soll dir schon passieren?
00:17:21: Ja
00:17:25: meine liebe Gitti, wir könnten natürlich jetzt endlos erzählen.
00:17:29: Aber die Sendung geht so langsam zu Ende!
00:17:31: Du warst noch mal das auch in einem Fleischbomber gesessen?
00:17:34: Was war das denn?
00:17:36: Genau da war ich im Urwald im Beni von Bolivien.
00:17:42: Das ist Gebiet der Drogenmafia aber eben auch der Fleischmafia, d.h.
00:17:46: da wird sehr viel Fleisch produziert auch heute noch.
00:17:50: Und es gab damals nur eine Möglichkeit, nämlich auf der Carretera de la Muerte über die wir ja eben gesprochen haben ins Tiefland zu fahren und dann noch viele, viele Stunden auf dem Fluss weiter oder mit dem Flugzeug.
00:18:03: Wir sind hin auf diesen beschwerlichen Weg gefahren und zurück hat es so viel geregnet dass alle Straßen hinüber waren.
00:18:10: da gab's nur noch das Flugzeug und da gab es aber nur die Fleischbomber keine Personen... Was
00:18:16: sind das?
00:18:17: Genau, das sind Flugzeuge die transportieren Fleisch.
00:18:19: Deswegen hießen sie damals Fleischbomber.
00:18:22: Das sind alte Kriegsgeräte von den USA und die nehmen halt in Ausnahmefällen auch Leute mit.
00:18:31: aber da wirst du gewogen genau wie das Fleisch und dann sitzt du auf so einem Fleischberg.
00:18:35: Toll!
00:18:36: Was wird das da gestunken haben?
00:18:39: Mehr davon gibt es im Buch von Comeback mit Backpack.
00:18:43: Schön dass Du da warst.
00:18:44: Du hast auch eine Website
00:18:45: Genau, www.giti-müller.de.
00:18:48: und dann gibt es noch eine Website also einen Blog meinen Reisenblog der heißt genauso wie mein Buch nämlich comeback mit backpack.com.
00:18:57: Also Gitti Müller einfach mal im Internet reingeben habe ich gestern Abend auch gemachten.
00:19:01: hab dich auch gefunden und denkt an die Worte von Gitti Mühler.
00:19:04: das Universum ist so groß wir sind so klein darin.
00:19:07: absolut
00:19:08: Schöne Abschluss bis dann nächste Woche.
00:19:10: Ich bin der Rainer Tschüss.