RPR1
00:00:00: Einen schönen guten Abend, meine Lieben!
00:00:01: Heute ist Vitaly bei mir.
00:00:02: Er ist Unternehmer und hat sich irgendwann gesagt ich muss mal raus.
00:00:06: Und dann hat er sich die Wanderstiefe genommen sie geschnürt und ist viertausend dreihundert Kilometer quer durch Europa gelaufen.
00:00:11: also gibt es heute auf jeden Fall genug zu erzählen.
00:00:14: seine Geschichte in den nächsten zwei Stunden.
00:00:17: RPA eins mein Abenteuer mit Rainer Meutsch.
00:00:20: Vitaly ist bei mir, Vitaly Bitschkoff war schonmal bei mir.
00:00:23: Hallo Vitaly Grüß dich.
00:00:25: Du bist Eigentlich ein Unternehmer und bist doch kein Unternehmer, was bist denn du?
00:00:30: Ist doch egal.
00:00:32: Warum müssen wir uns in den Schublade stecken?
00:00:35: Ich bin eigentlich glaube ich jemand der gerne viele Sachen probiert und macht unternehmerisch also einfach Dinge tut.
00:00:43: Hast studiert in Wallender in Rheinland-Pfalz an der WHO Und hast ja dann dein kleines Unternehmen aufgebaut.
00:00:52: Ja, also mehrere probiert.
00:00:53: Viele haben nicht funktioniert und eins jetzt in Köln.
00:00:57: das läuft gerade eigentlich ganz okay.
00:00:59: Zwarzig Mitarbeiter und die machen einen guten Job aber brauchen mich nicht mehr.
00:01:04: Obwohl du öfters noch da bist?
00:01:06: Ich bin manchmal noch da ja genau Aber ich bin nicht mehr so wichtig.
00:01:10: Das ist doch schön.
00:01:11: Du nimmst dich wirklich nicht wichtig.
00:01:13: Kommt diese Erfahrung aus dem Wandern heraus?
00:01:18: Ich glaube das Wander macht dich extrem bescheiden.
00:01:20: Also wenn du da mit Zelt und Rucksack unterwegs bist, das schneit und es regnet... Du kannst ja nichts ändern an der Situation.
00:01:28: Und du bist eigentlich sehr verwundbar!
00:01:30: Du läufst dadurch die Gegend, die Leute kennen sich alle aus.
00:01:35: Es macht dich extrem bescheiden und wertschätzend auch für kleine Dinge wie mal ein warmer Kamin in einer T-Stube oder dass es einfach mal nicht regnet.
00:01:47: Da freust du dich dann?
00:01:48: Du hast deine Freundin kennengelernt damals und hattest ihr gesagt, lass uns mal Hundert Tage zusammen wandern um dann zu sehen ob wir zusammen bleiben können?
00:01:59: Ja ich glaube wenn du hundert Tage miteinander unterwegs bist dann merkst du schon ob es passt oder nicht.
00:02:05: Und das passt!
00:02:06: Wir waren hundertage zusammen unterwegs beziehungsweise ein bisschen hundert-zwanzig.
00:02:12: Es hat ganz gut funktioniert.
00:02:14: Wir sind noch zusammen.
00:02:18: Vitaly Bychkov ist heute Abend bei mir.
00:02:20: Dein Name, woher kommt denn der eigentlich her?
00:02:22: Ich komme aus Russland oder beziehungsweise Winder geboren und wohne jetzt seit zweiundneunzig in Deutschland.
00:02:28: also ich bin hier aufgewachsen.
00:02:29: Sprichst du noch wenn ich jetzt sagen würde Dubritchen oder Spasiba.
00:02:34: Würdest Du verstehen?
00:02:35: Ja ich würd's klar.
00:02:36: Klar wie ich es versteh'n wird sagen da probiert's einer.
00:02:40: Da könnte man auch ein bisschen üben.
00:02:42: Ich bin ja auch kein Russe!
00:02:44: Aber ich kann so... Wie heißt das?
00:02:46: la Lube YouTube
00:02:49: hier?
00:02:49: Ja,
00:02:50: ich liebe dich.
00:02:52: Wir sind noch nicht so weit.
00:02:53: Nein!
00:02:56: Ich war in Russland und dann hat ein Mädchen diesen Satz zu mir gesagt.
00:03:01: Den habe ich nie vergessen und wusste erst gar nicht was es bedeutet.
00:03:03: jetzt weiß ich's.
00:03:04: Ja,
00:03:05: russische Frauen würde ich mal aufpassen.
00:03:08: Ich war achtzehn ewig her Mensch.
00:03:12: Dann hängt einem immer noch nach... Du hast irgendwann die Entscheidung getroffen aus deinem Unternehmen auszusteigen und dann zu wandern.
00:03:20: Bist du auf dieses Ziel, diese Strecke des Jakobswegs zu wanderen?
00:03:24: Es war eigentlich ein Zufall.
00:03:26: Svenja und ich waren in einem Museum in Köln.
00:03:29: Und da war eine Ausstellung, Dich ist Pilgarn zum Glück!
00:03:32: Da war halt diese Karte von Europa mit diesem Weg von Trondheim nach Porto als Linie eingezeichnet.
00:03:38: Und ich glaube manchmal sollte man sich gar nicht so schwer machen und so krasse Entscheidungen treffen, wie mache ich das?
00:03:43: Sondern manchmal einfach auf die Zufälle vertrauen.
00:03:46: Das war ein Zufall, dass der Weg von Trondheim nach Porto als Linie eingezeichnet war.
00:03:50: Auch als Jakobsweg
00:03:52: dann!
00:03:52: Als verschiedene Wege und einen Großteil davon als Jakopsäge.
00:03:56: Und den wolltet ihr denn gehen?
00:03:57: Ist halt dann nach Trondheim?
00:04:00: Wir sind nach Trontheim am XXIII.
00:04:03: August.
00:04:05: Und da einfach losgelaufen, haben dann siebenhundert Kilometer gemeinsam gemacht.
00:04:10: Meine Freundinnen und ich haben dann aber gemerkt ah so ganz die richtige Ausrüstung.
00:04:16: Es war schon Ende September als wir angekommen sind in Skandinavien.
00:04:20: Da haben wir nicht mit... es ist zu kalt und regnerisch und dann haben wir uns entschieden weil wir quasi fünf Monate unterwegs sein wollten dass wir doch nach Südfrankreich rüber gehen und von da nach Porto laufen.
00:04:33: Bei diesen Geschichten hält die Welt den Atem an.
00:04:36: RPR-Eins, mein Adenteuer mit Rainer Meutsch!
00:04:40: Bleiben wir in den Anfängen Vitalie, viertausend dreihundert Kilometer ist er zu Fuß durch Europa gelaufen.
00:04:47: In den anfängenden Skandinavien.
00:04:48: du läufst jetzt los hast eine Freundin dabei Die Tagesetappen?
00:04:53: Wer bestimmt die eigentlich?
00:04:55: Legt man vorher fest Jetzt sind wir hier und wir wollen nach B oder läuft man so lange wie man kann und bleibt einfach stehen und steckt das Zelt auf?
00:05:02: Es kommt darauf an.
00:05:03: Also wenn du mit dem Zelt unterwegs bist, ist es ja total egal wo wie weit du kommst.
00:05:10: und als Svenja und ich unterwegs waren da hatten wir aber schon alle so drei bis vier fünf Tage auch mal eine Herberge in Aussicht dann musst du da einfach hinkommen weil du da mal duschen willst... Und als ich dann alleine war, da war mir das Duschen eher nicht so wichtig also bin ich da einfach gelaufen umgelaufen und gelaufen und teilweise auch durch die Nacht bis zu sechzig Kilometer am Tag.
00:05:33: Man sieht doch nachts nichts!
00:05:35: Oh,
00:05:36: du hörst aber extrem viel im Wald vor allen Dingen und da bin ich überwiegend durch in Deutschland dann gelaufen Ende November es war schon sehr früh dunkel Und so die Geräusche im Wald nachts.
00:05:47: das ist schon cool was einfach passiert Aber auch am Anfang ein bisschen wie ängstigen.
00:05:52: man muss sich dran gewöhnen und dann nachts sein selten aufzuschlagen und nicht zu wissen wo man genau ist.
00:05:57: Das ist eigentlich eine coole Erfahrung.
00:06:01: Aber ich denke mir, wenn ich wandre will ich doch sehen.
00:06:04: Rechts, links die Maisfelder oder die geernteten Felder und dann nur in der Dunkelheit?
00:06:10: Nee nicht nur!
00:06:11: Du läufst ja den ganzen Tag also du ... Ich bin teilweise dann um vier Uhr morgens aufgestanden und dann bis zehn Uhr abends gelaufen oder bis weiter in die Nacht hinein.
00:06:21: Ich wollte einfach als gerade als ich in Deutschland war da war ich kurz vor Köln und da wollte ich einfach ankommen.
00:06:27: Da habe ich genug gesehen.
00:06:29: Ich bin mal gespannt, was du nachher auf die Frage antworten wirst.
00:06:32: Du hast ja gerade deine Freundin kennengelernt.
00:06:35: Und dann seid ihr los.
00:06:37: diese hundert Tage wie oft Rennungsgedanken kamen!
00:06:41: Wir spielen erst ein paar Taktomusik.
00:06:49: Du
00:06:50: hattest jetzt Zeit Vitaly?
00:06:51: dir die Antwort parat zu legen.
00:06:53: Ihr kandet euch gerade, seid losmarschiert auf den großen Weg durch Europa, wollt ihr tausend von Kilometer zu Fuß gehen?
00:07:01: Kann das Mädchen ja kaum!
00:07:03: Ihr wart ungefähr gleich alt, ja Interessenslage... Ja, schweißt sowas zusammen.
00:07:08: oder kommen dann oft die Gedanken ah ne ich will allein gehen und nerv mich nicht und ach nee ich will laufen wenn ich laufen will und nicht wann du laufen willst.
00:07:18: Ich glaube, die Gedanken sind unterschiedlich zu dem Zeitpunkt als wir unterwegs waren und im Nachhinein.
00:07:25: Als wir unterwegs war und klar kommen dann manchmal die Gedanken oh Gott jetzt weil ich bin früh aufstehe und will los und sie will da noch schlafen und da denkst du dir halt der Rhythmus ist total anders und dann gewünscht du dich aber irgendwann mal dran und sagst das ist aber auch in Ordnung so weil Sie sind ein Team und wir ziehen das gemeinsam durch.
00:07:44: Als ich dann alleine unterwegs war, habe ich gemerkt wie schwer es manchmal ist alleine.
00:07:51: Weil du hast niemanden der dich motiviert.
00:07:54: Du hast niemandem, der dich gerade in den Punkten wo du sagst, ich hab überhaupt keinen Bock mehr, der einfach vorläuft oder hinterherläuft und das ist echt manchmal sehr anstrengend gewesen.
00:08:05: Ich habe dann gemerkt erst wie schön es ist zusammen zu laufen auch Wenn es nicht immer hundertprozentig passt, weil gerade in den Situationen was schwierig ist.
00:08:15: Da baut dich halt der andere auf und ich glaube wir sind Menschen sind sozial.
00:08:21: Wir brauchen anderen
00:08:22: Und die Sprache.
00:08:23: du kannst ja nicht mit dir selbst sprechen.
00:08:25: Ja das habe Ich gemacht.
00:08:27: doch das habe ich schon gemacht und ich hab vor allen Dingen auch Mit Tieren gesprochen.
00:08:32: beziehungsweise als wenn dann sehr langweilig wurde Habe ich dann so getan als würden sie mir antworten man wird schon ein bisschen verrückt.
00:08:39: Wie läuft das ab?
00:08:40: Wenn du dann scharf siehst, fängst du halt mit dem Scharf zu sprechen und tust so als würdest antworten.
00:08:47: Aber so aus Spaß nur!
00:08:54: Ich hätte gerne mal seine App gesehen, die die Schritte zählt.
00:09:03: Wie viele Schritte er in der Zeit gesammelt hat?
00:09:05: Ich kann ihn ja gleich mal fragen ob er weiß wie viele Schritten hinter viertausend dreihundert Kilometer liegen.
00:09:10: das ist unfassbar!
00:09:12: Er ist den Jakobsweg gelaufen, hat Europa durchquert und ist die nächste Stunde auch noch bei uns.
00:09:17: RPR eins mein Abenteuer
00:09:20: Vitaly ich habe es eben in meiner Anmoderation event.
00:09:23: weißt du eigentlich wieviel Schritte hinter vier tausend dreihundert Kilometern liegen?
00:09:27: neige weiß man
00:09:28: nicht.
00:09:28: Also ich könnte es ausrechnen, aber... Student
00:09:32: von der WHO wallen da klar!
00:09:34: Ja, das ist schon manchmal gut realistisch zu denken.
00:09:37: Aber es ist egal.
00:09:40: Ist egal, gell?
00:09:41: Ja natürlich.
00:09:42: Natürlich ist das egal.
00:09:44: Irgendwann bist du mit Svenja dann angekommen in Deutschland und hat's dann aber die Entscheidung getroffen?
00:09:50: Ich will nochmal alleine los.
00:09:52: Warum?
00:09:54: Einerseits fand ich es schade als wir angekommen sind dass es so irgendwie vorbei ist.
00:09:58: Ich habe dann gemerkt, in Deutschland wie viel Energie mir das gegeben hat und wie viele andere Perspektive und auch Ruhe und Bescheidenheit und Ausgeglichenheit dieser Weg.
00:10:10: Und als ich dann noch sieben Monate wieder gearbeitet hab und verschiedene Projekte auch versucht habe anzugehen, habe ich gemerkt – ah, das überfordert mich gerade alles so ein bisschen!
00:10:24: Das hat so gut getan, ich würde das gerne nochmal machen.
00:10:27: Aber alleine die Erfahrung für mich haben und habe das entschieden und war zehn Tage später wieder in Oslo und bin nach Köln gelaufen.
00:10:35: Direkt nach der Ankunft bist du wieder weiter!
00:10:39: Genau, also ich bin nach Oslo geflogen.
00:10:41: Die Entscheidung hat zehn Tage gedauert und ich hatte ja alle Sachen.
00:10:44: Ich wusste was ich brauche, ich wusste wie es sein wird... ...und dann habe ich die Sachen gepackt.
00:10:50: Bin nach Oslu gefloget und bin zwei Monate unterwegs gewesen.
00:10:53: War zwei Monate später wieder daheim.
00:10:54: Freundin
00:10:55: wollte nicht mit.
00:10:56: Nesi hat damals einen Job angefangen und für sie war das auch abgeschlossen.
00:11:03: gerade wir waren zusammen unterwegs ist von eine sehr schöne Zeit aber Sie ist dann doch glaube ich ein bisschen heimisch, Schai.
00:11:09: Ich mag das unterwegs sein!
00:11:11: Dann kommen wir gleich mal zu der Situation wo eine Frau dich mit nach Hause ins Gattenhäuschen nehmen wollte und der Mann wollte die Polizei rufen.
00:11:19: Die kannst du gleich selbst aufklären.
00:11:21: Bei diesen Geschichten hält die Welt den Atem an.
00:11:24: RPR-Eins mein Abenteuer Mit Rainer Meutsch
00:11:28: Witali.
00:11:28: Du warst... ...underwegs?
00:11:31: durch Europa zu Fuß und manchmal braucht man natürlich auch eine Unterkunft an Regen, dann willst du nicht zelten.
00:11:36: Dann hast du eine Frau getroffen die dich mitnehmen wollte.
00:11:40: Ja das klingt jetzt so anrühig aber... Ich
00:11:42: finde das spannend!
00:11:44: Wie ich das gelesen habe in der Vorbereitung euch hat, die Geschichte muss er uns selbst erzählen.
00:11:49: Das war in der Nähe von Hannover in dem in der Nähe des Dorfes Petze.
00:11:53: Wer kennt's nicht?
00:11:54: Und da war ich im Wald unterwegs und es dämmerte schon leicht, und ich weiß nicht gewöhnt Leute vor allen Dingen nachts oder im Dunkeln im Wald zu treffen.
00:12:02: Da lief so eine ältere Dame im Wald vor mir und ich bin langsam immer näher gekommen habe mich dann erkenntlich gemacht weil ich sie nicht erschrecken wollte und sie drehte sich um und hat sofort mit mir angefangen zu sprechen einfach als wäre das total normal und meinte dann Ja, es regnet ja gleich.
00:12:20: Man muss ja nicht im Wald zelten und kann's bei uns im Gartenhaus übernachten.
00:12:24: Und als wir dann bei ihr zu Hause waren und sie die Tür aufgeschlossen hat war da der Mann und er hat sich natürlich ein bisschen erschreckt, dass sein stinkender großer Russe sozusagen mit dem Rucksack nachts bei Regen vor der Tür steht.
00:12:41: Er hat sich so erschrecked, dass er gesagt hat auf keinen Fall ich rufe die Polizei!
00:12:44: Ich weiß nicht wer das ist.
00:12:46: Und dann hat sich das aber sehr schnell aufgelöst, weil er dann einfach rausgegangen ist, wir mit ihm ins Gespräch gekommen sind.
00:12:53: Er mich auf ein Bier nach Hause eingeladen hat und... Das war deswegen eine schöne Begegnung, weil die Frau aus Chile kommt und ich war zufällig auf einer Hochzeit in Chile eingeladet habe ihre Schwester dort getroffen.
00:13:06: Oh komm!
00:13:08: Und der Sohn ihrer Schwester Hat mit derjenigen, die geheiratet hat in Chile ist ja zur Schule gegangen.
00:13:16: Und so hat sich dieser ganze Kreis geschlossen und ich war dann wieder nochmal dort den Petzel vor ein paar Monaten... ...und habe auch Sachen übergeben aus Chile.
00:13:24: Sie hat mir Sachen nach Chile mitgegeben!
00:13:27: Schon eine kleine Freundschaft daraus entstanden.
00:13:36: Vitaly Bitschkoff in mein Abenteuer hat auch eine Webseite, wo er seine Vorträge propagiert die er ja macht.
00:13:44: Vitalymitwee geschrieben.org.
00:13:48: Was findet man auf der Seite?
00:13:50: Wir gerade eigentlich nicht so viel Mal gucken, was da draußen steht.
00:13:56: Ich mache jetzt ja auch Wanderung mit anderen Leuten und führe sie manchmal durch die Gegend aber immer mit so ein bisschen Reflektionsansatz weil das Laufen extrem erdet und dann sehr schöne Dinge aus einem rauskommen.
00:14:12: Schöne Dinge hast du auch in Schweden erlebt und vor allen Dingen dieses Wort Lagom gelernt?
00:14:17: Was denken die Schweden?
00:14:18: Was wollen die damit ausdrücken mit diesem
00:14:20: Wort?
00:14:22: Das ist so ein bißchen Bescheidenheit.
00:14:25: Also nicht zu wenig, nicht zu viel gerade richtig und ich glaube das ist das was wir manchmal einfach brauchen.
00:14:33: so diesen Ansatz wie ich muss mich übertreiben.
00:14:37: Manchmal ist es auch einfach genug was ich gerade tue und das ist auch fein so und auch nicht zuviel Gas zu geben nicht zu schnell alles machen zu wollen nicht zu übertreibend.
00:14:50: Sehr gute Ansatz.
00:14:51: Lagoom, sollten wir uns merken diese Länder die du durchwandert hast was fandest du am spektakulärsten während deiner Wanderung?
00:15:00: Ich glaube das Wandern durch Europa hat extrem viele Facetten und auch wenn du langsam unterwegs bist das merkst Du ja richtig wie sich das alles verändert Wie sprachen sich verändern gerade wenn man so im südlichen Bereich ist Frankreich Spanien.
00:15:15: da geht man drei vierhundert Kilometer und durchläuft fünf verschiedene Sprachen.
00:15:20: Oxidan, Baskisch, Kantarbruch, Asturik, Galizich und das sind Sprachräume mit verschiedenen Kulturen, mit verschiedenen Essen, auch Ansätzen wie die Häuser aussehen und das ist total beeindruckend was wirklich Kultur bedeutet, wie unterschiedlich.
00:15:37: das ist in fünfhundert Kilometern zu Fuß.
00:15:45: Ich
00:16:02: glaube, es hat mir zwei Sichtweisen gegeben.
00:16:05: Das erste ist das wir zu extremen Dingen eigentlich fähig sind.
00:16:10: Also viertausend, dreihundert Kilometer in sieben Monaten einfach so zu Fuß laufen das klingt am Anfang so boah krass das ist ja voll weit und dann merke ich aber immer boah das ist aber eigentlich keine so große Leistung dass er vordert.
00:16:22: halt einfach nur sieben Monate Zeit.
00:16:24: und wenn wir uns diese sieben monate oder diese zeit nehmen kann es tatsächlich eigentlich jeder weil wir sind zum Laufen gemacht.
00:16:32: Unser Körper ist zum Gehen gemacht, ist nicht zum Sitzen gemacht oder auf dem Bildschirm standen gemacht sondern du merkst so richtig wenn du unterwegs bist wie der Körper etwas tut wofür eigentlich da ist und das es schön zu wissen dass man wenn man Schritt für Schritt die Dinge angeht dass man so eine Leistung bringen kann und das kann man auch alle Lebensbereiche übertragen.
00:16:53: Das ist so.
00:16:54: der erste Punkt Wie mich das auch so verändert hat, ist glaube ich, hat mir eine gewisse Wertschätzung auf die Dinge gegeben.
00:17:06: Auch auf Europa?
00:17:08: Ja, auf alles!
00:17:09: Ich meine, Europa ist ja nur ne Idee und es ist diese Wertschättung für die Kleinigkeiten einfach.
00:17:21: Einmal komplett rund um Europa laufen.
00:17:23: Ich meine, ich habe jetzt hier... Und da
00:17:24: sind zwanzigtausend Kilometer!
00:17:25: Ja, es sind ja nur noch fünfzehntausende.
00:17:28: Wir haben ein bisschen Zeit, ich bin ja erst zweiunddreißig.
00:17:31: Wir
00:17:31: warten mal ab was da kommt bis bei uns auf jeden Fall immer herzlich willkommen.
00:17:36: Danke Vitaly.
00:17:37: wir sind mit ihm heute über viertausenden Kilometer durch Europa gelaufen.
00:17:41: Jetzt geht's ab auf die Couch.
00:17:42: Ich bin euer.
00:17:43: Rainer.
00:17:44: machts gut für einen schönen Abend und eine gute Nacht Tschüss.